Der Indian Summer in Kanada gab an diesem Tag noch einmal Alles. Morgens noch Rauhreif bei blauem Himmel, wenig Wind und trockene Tageswetter-Vorhersage. Ideal für einen herbstlichen Tagesausflug innerhalb von Toronto. Denn im Norden von Ontario war der Indian Summer dieses Jahr schon abgehakt. Dort herrschten schon andere Temperaturen.

Wir wollten als Bindeglied zwischen unseren Herbst-Spaziergängen das dichte öffentliche Verkehrsnetzes von Toronto nutzen. Ein TTC-Day-Pass, also ein Tagespass für Bus, Strassen- und U-Bahn bot sich dafür an. Beliebiges Um- und Zusteigen inbegriffen, als Gruppe von bis zu 6 Personen am Wochenende nutzbar, alles für einmalig 10 Kan. Dollar!

Wir starteten unsere Sightseeing-Tour ab dem U-Bahn-Drehkreuz Spadina. Zunächst ging es weiter mit der Streetcar (Straßenbahn) 510 südwärts bis zur Haltestelle Dundas Street. Hier ging es dann erstmals zu Fuss weiter. Zunächst waren wir noch mitten in der China-Town. Was für Eindrücke! Anfangs begleitet vom vielfachen Singsang der asiatischen Sprache, ging es ostwärts vorbei an der Art Gallery of Ontario Richtung Down Town bis zur U-Bahn-Station St. Patrick. Vor beeindruckender Hochhauskulisse tauchten wir wieder ab in Torontos Unterwelt. Wir fuhren dann bis zum südlichsten Punkt der U-Bahn von Toronto: Union-Station.

Die riesigen Wolkenkratzer der Down Town, im Zentrum von Toronto, die uns oben auf Straßenebene erwarteten, kannten wir. Wir kannten auch den Fußweg auf dicht befahrenen Straßen Richtung Ontario-See und wählten die uns bisher nicht so geläufige, unterirdische Streetcar zu den Ferry Docks. Mit der Fähre rüber zu den Toronto Islands wollten wir heute allerdings nicht. Ein herrlicher Promenaden-Spaziergang entlang der Harbourfront Richtung Westen war angesagt.

Vorbei am CN-Tower und dem Rogers-Centre (ehemals SkyDome) ging es zu Fuß auf der John Street bis zur Queen Street West. Dort bogen wir ab Richtung Toronto City Hall (Rathaus) und stiegen in Höhe des Kaufhauses Eaton Center in die Straßenbahn 501 Richtung Osten. Diese Linie hatten wir schon öfter benutzt und können sie als Insider-Tipp für (nicht geführte) Sightseeing-Touren in West-/Ostrichtung nur empfehlen.

In Höhe der Coxwell Avenue stiegen wir wieder aus. Wir wussten, dass uns hier an den Beaches am nicht weit entfernten Ontariosee-Ufer ein hölzerner Boardwalk Richtung Osten erwartete. Auf dieser Strandpromenade war nun auch zu bewundern, was Kanadas Herbstmode Aktuelles zu bieten hatte. Im Sommer geht hier die Post anders ab …

Hinter Kew Beach bogen wir wieder ab Richtung Queen Street East. Dort nutzten wir dann die Buslinie 64 weiter nordwärts bis zur U-Bahn-Station Main Street. Mit der U-Bahn ging es wieder westwärts Richtung Down Town.

Zum Abschluss des Tages erwartete uns dann noch ab der Haltestelle Castle Frank ein Spaziergang durch eines der schönsten und ältesten Villen-Viertel von Toronto, Rosedale. Es ging anfangs die Castle Frank Road entlang und weiter nordwestlich Richtung Yonge Street. Wieder einmal waren wir beeindruckt von den gegensätzlichen Welten hier in Toronto. Hier vornehme, gärtnergepflegte Anwesen wohlhabender Torontonians. Dort, vor supermoderner Hochhaus- und „Westernstadt“-Kulisse: viele, viele Menschen aller Hautfarben, laut, nicht immer fröhlich, trotzdem irgendwie multikulturell vereint.

In dem vornehmen Nobelviertel wurden wir „überrascht“ von allerlei Gespenstern, flackernden Beleuchtungen und seltsamen Geräuschen. Einige der Villen wurden doch tatsächlich bewacht von teilweise bis zu 5 m hohen Ungeheuern … auch so eine kanadische Besonderheit. Noch. Denn Halloween wird auch bei uns in Deutschland immer bekannter. Und beliebter nicht nur bei kanadischen Kindern: Trick or Treat! Gebt uns Süßes, sonst gibt es Saures!

Entlang der Yonge Street führt eine der unterirdischen Nord-/Südtangenten mit vielen Subway-Stationen. Wir wurden schnell fündig und tauchten wieder ab in Torontos „richtige“ Unterwelt.