Auf einen Blick: Im Frühjahr 2011 ging es – wegen eines streikenden Motorrads zwangsweise im Cabrio – vom Niederrhein über die Eifel, den Hunsrück, den Pfälzer Wald und den Schwarzwald zunächst nach Berau nahe der Schweizer Grenze (rund 500 km ab Blankenheim). Am 2. Tag folgte die maut-freie Querung der Schweiz auf reinen Landstraßen (circa 360 km) ins Aostatal, wobei der Große St. Bernhard wegen Wintersperre gesperrt war und im Tunnel 22,10 Euro Maut fällig wurden. Basislager war das Hotel Monte Emilius in Charvensod. Teil 1 von 4 einer Tour über das Aostatal in die Provence.
Ein lang gehegter Traum: die Seealpen
War lange geplant, im Grunde genommen jahrelang schon davon geträumt: Motorrad fahren in den französischen Seealpen. Im Frühjahr 2011 wurde dann der Traum gelebt. Dieses Mal zwangsweise noch im Cabrio, demnächst aber wieder standesgemäß. 😉
Wir hatten den Plan, nicht nur auf dem Weg in die Provence ein paar Hochalpenpässe in Frankreich zu fahren. Allerdings waren wir uns nicht sicher, ob unsere geplante Pässe-Tour oberhalb von 2.000 Höhenmetern im Wonnemonat Mai möglich ist. Also haben wir im Aostatal im Dreiländer-Eck Schweiz – Frankreich – Italien erst mal die Lage gepeilt, ein bisschen Höhenluft geschnuppert und an der Kurventechnik gebastelt.
Unser Quartier in der Provence hatten wir vorab von Deutschland aus gebucht. Uns war wichtig, dass wir uns vor Ort auch in deutsch verständigen konnten.
Der Termin stand, das Motorrad streikte urplötzlich, absagen wollten wir nicht, also musste das „Ersatzfahrzeug“ ran. Oben ohne Dach fahren macht auch Spaß.
Unterwegs mit dem Navi – erste Erfahrungen
Gefahren sind wir teilweise mit Navi-Unterstützung, man wird ja immer bequemer. Aber mittlerweile haben sogar wir erste Erfahrungen mit Navigationsgeräten für Motorradfahrer. Zunächst noch mit einer App des iPhones! Das klappt bisher überraschend gut! Darüber berichten wir in Kürze ausführlicher.
1. Tag: vom Niederrhein über Mittelgebirge bis an die Schweizer Grenze
Wie für uns meistens üblich, vom Niederrhein ab in den Süden zunächst via Autobahn. Aber nur bis Blankenheim, um einige Verkehrs-Ballungszentren (von uns aus gesehen Krefeld, Düsseldorf, Köln) möglichst zügig hinter uns zu lassen. Ab der Eifel war fast nur noch Land-/Bundesstraße angesagt. Auf dem Weg zu unserem Tagesziel durchfuhren wir die Eifel, den Hunsrück, den Pfälzer Wald (Johanniskreuz muss sein) und den Schwarzwald.
In Berau kurz vor der Schweizer Grenze erreichten wir das Landgasthaus „zum Schwanen“ am späten Nachmittag. Dieses Quartier war uns aus eigenen Motorrad-Vorjahrestouren bestens in Erinnerung. Ohne Vorbuchung wurden wir freundlich bewirtet und bekamen ohne Probleme ein Gästezimmer.
Gefahren sind wir ab Blankenheim so cirka 500 km.
Wir haben nachfolgend mit dem google-Routenplaner nochmals die Strecke nachvollzogen. Unsere gefahrenen Tages-Etappen werden wir in diesem Beitrag alle so vorstellen. Viel Spaß mit dem „Finger auf der Landkarte“ 🙂
2. Tag: maut-frei quer durch die Schweiz ins Aostatal
Am 2. Tag ging es quer durch die Schweiz, NUR auf Landstraßen. Konzentriert aufgepasst, auch nicht aus Versehen eine Autobahn-Auffahrt zu erwischen. Das kann ganz schnell passieren mit diesen ungewohnten grün-weissen Beschilderungen. Wir wollten auch nicht erwischt werden von irgendeiner Laserpistole der Schweizer Rennleitung.
Wir hatten ja Zeit und waren partout nicht bereit, Autobahn-Benutzungsgebühren zu bezahlen. Zahlen unsere Schweizer Nachbarn bei uns in Deutschland ja auch nicht. Und dürfen trotzdem bei uns ihre Bikes „testen“ 😉
Wie auch immer, die Autobahnen in der Schweiz wurden ignoriert, allgegenwärtige Geschwindigkeits-Kontrollen in Kauf genommen und dann das: der geplante Grenzübergang nach Italien ins Aosta-Tal über den großen St. Bernhard-Pass war nicht möglich, Winter-Sperre. Das sollten wir während unserer Tour noch öfter erleben.
Die Tunnelbenutzung war spätnachmittags unvermeidlich und dadurch 22,10 Euro Mautgebühr fällig. Unglaublich! Fast soviel wie die Autobahnvignette, die über 1 Jahr Gültigkeit hat. Da hatten wir die Schweiz ohne zwangsweisen Stopp glücklich durchquert, kurz vor der italienischen Grenze noch mal günstig vollgetankt und dann war doch noch Maut fällig!
Später haben wir erfahren, dass für den Großen-St.-Bernhard-Tunnel auch bei eventuell gekaufter Autobahn-Vignette die Maut kassiert worden wäre, weil er privat betrieben wird. Für die Betreiber des knapp 6 km langen Tunnels eine Geld-Druckmaschine.
So sind wir durch die trotzdem sehr schöne Schweiz gefahren: Waldshut – Döttingen – Brugg – Lenzburg – Reinach – Sursee – Ruswil – Wolhusen – Entlebuch – Marbach – Steffisburg – Thun – Spiez – Boltigen – Zweisimmen – Saanen – Aigle – Martigny – Aosta / Italien – Charvensod
Das sind circa 360 Maut-freie Schweiz-km (bis auf den Tunnel) und ist gut an 1 Tag zu schaffen. Das Hotel Monte Emilius in Charvensod / Aostatal war uns in einer Motorrad-Fachzeitschrift empfohlen worden.
Unser Basislager für ein paar Tage im Aostatal, Hotel Monte Emilius in Charvensod
Die Tour im Überblick: alle vier Teile
Reise-Tipps: über das Aosta-Tal/Italien in die Provence/Südfrankreich, Teil 1/4
Reise-Tipps: über das Aosta-Tal/Italien in die Provence/Südfrankreich, Teil 2/4
Reise-Tipps: über das Aosta-Tal/Italien in die Provence/Südfrankreich, Teil 3/4
Reise-Tipps: über das Aosta-Tal/Italien in die Provence/Südfrankreich, Teil 4/4
Häufige Fragen
Warum ging die Tour im Cabrio statt mit dem Motorrad?
Der Termin stand fest, doch das Motorrad streikte urplötzlich. Absagen wollten die Reisenden nicht, also musste zwangsweise das „Ersatzfahrzeug“ ran – ein Cabrio. Oben ohne Dach zu fahren machte aber auch Spaß.
Wie kommt man maut-frei durch die Schweiz?
Indem man die Autobahnen konsequent meidet und nur auf Landstraßen fährt. So legten die Reisenden circa 360 km durch die Schweiz zurück – maut-frei bis auf den Großen-St.-Bernhard-Tunnel, für den 22,10 Euro fällig wurden, weil er privat betrieben wird.
Warum war der Große St. Bernhard-Pass gesperrt?
Der geplante Grenzübergang nach Italien über den Großen St. Bernhard-Pass war im Frühjahr (Mai) wegen Winter-Sperre nicht möglich. Deshalb musste der kostenpflichtige Tunnel genutzt werden.

