Auf einen Blick: Der Bikergruß ist ein altes Zeichen der Solidarität unter Motorradfahrern, das manchem heute lästig geworden ist. Der Autor grüßt motorisierte Zweiradfahrer, macht Ausnahmen bei Rollern und langen Kolonnen und gesteht augenzwinkernd, mit Sozia lieber grüßen zu lassen. Zum Thema verweist er auf einen Artikel von Burkhard Strassmann aus der „Zeit“ von 1996.

Vom Grüßen unter Gleichgesinnten

Ja, ich kann mich erinnern. Als 2 CV – Fahrer habe ich vor gut 20 Jahren andere Entenfahrer mit der Frischluft-Klappe gegrüßt. Auch andere Autofahrer ganz bestimmter Autotypen grüßten sich unbekannt an unbekannt. Aber erst recht die Motorradfahrer. Die waren damals noch froh, ihresgleichen auf den Straßen der Welt zu entdecken. Heute ist das anders, heute ist der Bikergruß für so manchen Motorradfahrer einfach nur lästig.

Nach Entschuldigungen dafür wird schon gar nicht mehr gesucht, blöde Rituale. Finde ich nicht. Warum behalten wir Biker dieses Zeichen der Solidarität nicht bei? Obwohl ich bisher noch nicht ausprobieren konnte/wollte, ob bei einer Panne z.B. die Solidarität unter uns auch tatsächlich festzustellen ist. Es gab da doch einmal einen gelben Schal?

Wen grüße ich – und wen lieber nicht?

Als Motorradfahrer grüße ich andere … Zweiradfahrer. Aber sie sollten schon motorisiert sein. Naja, Zweiradfahrer mit Hilfsmotor gehören nicht dazu. Und Zweiradfahrer ohne Kupplung, man nennt sie auch Scooter, sind manchmal von vorne kaum zu unterscheiden von uns „echten“ Bikern. Also grüße ich die meistens lieber mal mit 😉

Der Sonderfall Motorrad-Kolonne

Eine Ausnahme sind die heute immer öfter anzutreffenden Motorrad-Kolonnen. Das geht dann doch ein bisschen zu weit, da kommen einem manchmal Hunderte Motorradfahrer entgegen. Da wird dann nur dem 1. und letzten Fahrer fröhlich zugewinkt.

Dem 1. Motorradfahrer, weil der als Tour-Führer schwer Verantwortung trägt. Die Biker hinter ihm folgen ihm blind. Wenn der sich verfährt, bekommt er ein Problem, die arme Socke. Dem letzten, weil der nur so schnell fahren kann, wie der langsamste Biker vor ihm, auch eine arme Socke.

Und mit Sozia? Da lasse ich grüßen

Aber nun bin ich mal ehrlich: ich fahre meistens mit Sozia und dann lasse ich grüßen 🙂

Nun kursieren hier im Internet so einige Artikel, die sich mit dem Motorradfahrer-Gruß beschäftigen. Einer dieser Artikel stammt aus der Feder von Burkhard Strassmann, der 1996 für „Die Zeit“ in einer Motorrad-Kolumne so manchen launigen Kommentar verfasste. Dieser Artikel ist online im Original nicht mehr zu erreichen. Darum nun mit freundlicher Genehmigung von Burkhard Strassmann persönlich hier der Originaltext : Vom Grüßen

Häufige Fragen

Wen grüßt der Autor auf dem Motorrad?

Er grüßt andere motorisierte Zweiradfahrer. Zweiradfahrer mit Hilfsmotor gehören für ihn nicht dazu, und bei Rollern (Scooter) grüßt er meistens lieber mal mit, weil sie von vorne kaum von „echten“ Bikern zu unterscheiden sind.

Warum wird bei Kolonnen nur dem ersten und letzten Fahrer gewinkt?

Dem ersten, weil er als Tour-Führer die Verantwortung trägt und die anderen ihm blind folgen. Dem letzten, weil er nur so schnell fahren kann wie der langsamste Biker vor ihm. Bei Hunderten entgegenkommenden Fahrern wäre alles andere schlicht zu viel.

Warum grüßt der Autor mit Sozia oft nicht selbst?

Weil er meistens mit Sozia fährt und dann augenzwinkernd „grüßen lässt“ – die Sozia übernimmt sozusagen den Gruß.

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